GregoRomantik – Geistliche Abendmusik 05.07.2026

In unserem Sommerprojekt widmen wir uns wieder der a-cappella-Musik – in einem spannenden Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen einstimmiger Schlichtheit und vielstimmiger Fülle:

Gregorianische Themen in ihrer romantischen Wiederkehr
Werke von Liszt, Rheinberger, Reger, Duruflé und Gjeilo

Sonntag 05.07.2026 um 17:00 Uhr in der Klosterkirche Unserer Lieben Frau in 77652 Offenburg


Über viele Jahrhunderte prägten gregorianische Gesänge das musikalische Leben der Klöster und Kirchen. Diese einst einstimmigen, archaisch schönen Melodien wurden im Mittelalter gesammelt, notiert und zu einem Schatz, der die europäische Musikgeschichte tief beeinflusst hat.

Im 19. Jahrhundert entdeckten viele Komponisten diesen Ursprung neu. Inspiriert vom wachsenden Interesse an alter Kirchenmusik und getragen vom Geist des Cäcilianismus griffen sie auf die Formen und Motive der Gregorianik zurück – mal als Zitat, mal als klangliche Anregung, mal als bewusste Rückkehr zum reinen a‑cappella‑Ideal.

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist Franz Liszts 1865 in Rom entstandene „Missa Choralis“. Sie verbindet romantische Ausdruckskraft mit der Schlichtheit gregorianischer Linien – ein Werk, das trotz seiner Schönheit selten zu hören ist.

Zwischen Teile der Messe stellen wir ausgewählte Motetten und Mariengesänge, darunter Werke von Rheinberger, Reger, Duruflé und Gjeilo. Sie alle greifen auf Texte wie Ave Maria, Ave Regina caelorum oder Ave generosa zurück und lassen sie in farbenreichen, modernen oder neoromantischen Klangwelten neu aufleuchten.

So entsteht ein Konzert, das die mittelalterlichen Vorlagen und ihre romantischen Wiederbegegnungen unmittelbar gegenüberstellt.
Sie werden sowohl die historische Kontinuität als auch die überraschenden Kontraste erleben – in einer transparenten, kammermusikalischen Besetzung, die die Feinheiten dieser Musik besonders eindrucksvoll hörbar macht.

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